{"id":1818,"date":"2021-04-30T07:31:00","date_gmt":"2021-04-30T05:31:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.buchingerkuduz.com\/blog\/?p=1818"},"modified":"2024-10-31T20:57:38","modified_gmt":"2024-10-31T19:57:38","slug":"gruener-wasserstoff-als-zukunftshoffnung-teil-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.buchingerkuduz.com\/blog\/gruener-wasserstoff-als-zukunftshoffnung-teil-4\/","title":{"rendered":"Gr\u00fcner Wasserstoff als Zukunftshoffnung \u2013 Teil 4"},"content":{"rendered":"\n<p>Gr\u00fcner Wasserstoff wird gerne als Stoff der Zukunft bezeichnet und soll die Klimakrise l\u00f6sen. Kann das gelingen? In den bisherigen #RestartThinking Blog Folgen haben wir daher bereits die <a href=\"https:\/\/www.buchingerkuduz.com\/blog\/gruener-wasserstoff-als-zukunftshoffnung-teil-1\/\">Definition und Arten von Wasserstoff <\/a>gekl\u00e4rt, sind den <a href=\"https:\/\/www.buchingerkuduz.com\/blog\/gruener-wasserstoff-als-zukunftshoffnung-teil-2\/\">Einsatzgebieten auf den Grund gegangen<\/a> und haben uns die <a href=\"https:\/\/www.buchingerkuduz.com\/blog\/gruener-wasserstoff-als-zukunftshoffnung-teil-3\/\">hochtrabenden Pl\u00e4ne f\u00fcr die Zukunft <\/a>angesehen. Jetzt bleiben die spannenden Fragen, welche Einflussfaktoren und Stolperfallen gibt es bei der erfolgreichen Umsetzung der Wasserstoffpl\u00e4ne und reicht das f\u00fcr eine wirkliche System\u00e4nderung, die wir bei der Klimakrise brauchen?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"keine-falschen-illusionen\"><strong>Keine falschen Illusionen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Auch wenn die Pl\u00e4ne toll klingen, d\u00fcrfen wir uns keine falschen Illusionen \u00fcber Wasserstoff machen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Herstellung von Wasserstoff ist immer <strong>energieaufw\u00e4ndig<\/strong>. Bei der Elektrolyse sind 4,3 \u20134,9 kWh Energie pro m3 Wasserstoff n\u00f6tig (1).<\/li>\n\n\n\n<li>Derzeit werden 99,7 % des Wasserstoffs (derzeitige Gesamtmenge knapp 70 Megatonnen p.a.) aus fossilen Energietr\u00e4gern hergestellt und nur <strong>0,7 % aus nachhaltigen Quellen<\/strong> (\u201egr\u00fcner\u201c und \u201eblauer\u201c Wasserstoff\u201c).<\/li>\n\n\n\n<li>Es gibt <strong>keine \u2013 auch nur ann\u00e4hernd \u2013 ausreichenden Kapazit\u00e4ten<\/strong> um die bisherigen Sektoren, die Wasserstoff im gro\u00dfen Stil verwenden (Raffinerien, Chemische Industrie, Stahlherstellung) zu dekarbonisieren.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Bis 2030 <\/strong>ist auch nicht viel Besserung in Sicht. Wie bereits beschrieben, rechnet die IEA mit 7,92 Megatonnen gr\u00fcnem und blauem Wasserstoff im Jahr 2030 (2). Im Vergleich zum heutigen Verbrauch w\u00e4ren das<strong> 11,3 % aus nachhaltigen Quellen<\/strong>.\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Viele Herstellfahren oder auch die Brennstoffzelle sind noch im <strong>Versuchsstadium<\/strong>.\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Zudem fehlt die komplette <strong>Infrastruktur<\/strong> f\u00fcr die gro\u00dffl\u00e4chige Bereitstellung (Speicherung, Leitungen bzw. Transport).\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>F\u00fcr weitere zuk\u00fcnftige Anwendungen, wie Mobilit\u00e4t oder den W\u00e4rmesektor, und den damit steigenden H2-Bedarf <strong>reichen die Mengen bei weiten nicht<\/strong>.\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Neben den fehlenden Kapazit\u00e4ten zur Wasserstoffherstellung sind die <strong>ben\u00f6tigten Mengen an Strom aus erneuerbaren Energien nicht vorhanden.\u00a0<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li>Der <strong>Ausbau der erneuerbaren Energien hinkt <\/strong>im Vergleich zu den fossilen Energietr\u00e4gern hinterher. Laut der IEA-Energiebilanz wurden von den weltweit produzierten Energiemengen im Jahr 2018 gerade mal 13,67 % regenerativ hergestellt (3).<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Atomstrom ist keine Alternative<\/strong>.<\/li>\n\n\n\n<li>\u201e<strong>Gr\u00fcnes Gas<\/strong>\u201c: Die Verwendung Biogas oder Biomasse-Pyrolyse-Anlagen zur Wasserstoffherstellung lenkt vom Thema ab. Das Gas ist <strong>nur marginal vorhanden<\/strong> und wird haupts\u00e4chlich verstromt bzw. die Pyrolyse-Anlagen sind noch gr\u00f6\u00dftenteils im <strong>Versuchsstadium<\/strong>.\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"was-bei-der-wasserstoff-diskussion-auch-noch-gerne-vergessen-wird\"><strong>Was bei der Wasserstoff-Diskussion auch noch gerne vergessen wird<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-black-color\">Neben den oben genannten \u201egro\u00dfen\u201c Themen, wie dem Stand der Technik und der notwendigen Energie, gibt es noch <strong>weitere Einflussfaktoren<\/strong>, die das Projekt \u201eWasserstoff\u201c ma\u00dfgeblich beeinflussen.&nbsp;<\/mark><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Wasserstoff ist ein <strong>indirektes Klimagas<\/strong> und beeinflusst das chemische Gleichgewicht in den oberen Luftschichten unserer Atmosph\u00e4re. Leckagen \u00fcber die gesamte Wasserstoff-Prozesskette \u2013 von der Herstellung, dem Transport und der Lagerung bis hin zur Verwendung \u2013 sind daher einzurechnen und bei der Kalkulation der CO2-Ersparnis im Vergleich zu fossilen Technologien zu ber\u00fccksichtigen (4).\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Ein Satz aus der deutschen Wasserstoffstrategie brachte mich zum Schmunzeln (5): \u201e<em>Negativereignisse und Unf\u00e4lle k\u00f6nnen die Akzeptanz der Wasserstofftechnologie gef\u00e4hrden<\/em>.\u201c Stimmt, Wasserstoff ist reaktionsfreudig und bei unsachgem\u00e4\u00dfer Handhabung kann es bis hin zu <strong>Explosionen<\/strong> kommen. Zudem sind gr\u00f6\u00dfere Mengen sind f\u00fcr Menschen <strong>giftig<\/strong> (6).\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Etwa <strong>zwei Drittel der ben\u00f6tigten Rohmaterialien<\/strong> f\u00fcr Brennstoffzellen und Elektrolyseure sind in der EU nicht vorhanden und m\u00fcssen entsprechend <strong>importiert<\/strong> werden (7).<\/li>\n\n\n\n<li>Au\u00dferdem braucht man f\u00fcr die Elektrolyse entsprechende <strong>Wassermengen<\/strong> (9 Liter pro Kilo Wasserstoff). Bei der derzeitigen j\u00e4hrlichen Produktionsmenge von 70 Mt pro Jahr, w\u00e4ren daf\u00fcr 617 Millionen Kubikmeter Wasser n\u00f6tig (8)\u00a0\u2013 oder anders gesagt f\u00fcnfmal das maximale Volumen des Sylvensteinspeichersees an der Grenze zwischen Tirol und Bayern bei Lenggries (9).\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>In Meeresn\u00e4he kann Salzwasser verwendet werden, das aber vorher mittels zus\u00e4tzlichem <strong>Energieeinsatz<\/strong> noch entsalzt werden muss (3-4 kWh Energie pro m3 Wasser). Ohne <strong>Entsalzung<\/strong> kann es zur Korrosionssch\u00e4den an den Anlagen kommen (10).\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Das bringt uns zu den weiteren <strong>Standortfragen<\/strong>: Soll Wasserstoff wieder zentral hergestellt und anschlie\u00dfend verteilt werden oder ist die dezentrale Herstellung und Nutzung doch das bessere Konzept? In der Stromerzeugung dominierten jahrzehntelang Gro\u00dfkraftwerke bis die dezentralen Anlagen f\u00fcr Windenergie, Photovoltaik und Biomasse den Markt durcheinander wirbelten. Hier werden sich sicherlich wieder Lobbyisten f\u00fcr gro\u00dfe Player in Stellung bringen, denn mit Gro\u00dfanlagen ist viel Geld zu machen, obwohl dezentrale Strukturen (local-for-local) wesentlich effizienter sind.<\/li>\n\n\n\n<li>Je nach Erzeugungsstrategie (zentral\/dezentral) m\u00fcssen die <strong>Transportwege<\/strong> entwickelt werden: Beim Import mit Schiffen oder Pipelines <strong>fehlt die Infrastruktur<\/strong> f\u00fcr den Transport \u00fcber lange Wege.\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Um den gasf\u00f6rmigen Wasserstoff besser transportieren zu k\u00f6nnen, muss dieser <strong>komprimiert oder sogar verfl\u00fcssigt <\/strong>werden. Dazu braucht man allerdings <strong>Energie<\/strong> &#8211; genauer gesagt 12 bzw. 30 % des Wasserstoffheizwertes (11).\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Aber auch bei <strong>Kurzstrecken ist die Infrastruktur nicht vorhanden<\/strong>. <\/li>\n\n\n\n<li>Die <strong>Nutzung der bestehenden Gasinfrastruktur ist nur eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich<\/strong>, denn das Beimischen von Wasserstoff\u00a0\u00a0zum Erdgas (<em>englisch blending<\/em>) ist wenig effizient und vermindert den Wert des Wasserstoffs. Au\u00dferdem wird die Qualit\u00e4t des derzeit verwendeten Gases ver\u00e4ndert und es kann zu Problemen bei der \u2013 vor allem l\u00e4nder\u00fcbergreifenden \u2013 Gasinfrastruktur und bei den Anwendungen der Endkonsumenten kommen (12).<\/li>\n\n\n\n<li>Wie sehen die <strong>Standards<\/strong> aus, wenn man den Wasserstoff <strong>importiert<\/strong>? Wie kann man sicherstellen, dass es sich um nachhaltige Produktion handelt? In Drittl\u00e4ndern, wie in Nordafrika oder dem Nahen Osten, ist der Ausbau von erneuerbaren Energiequellen noch nicht in ausreichendem Ma\u00df vorangeschritten um den eigenen Energiebedarf decken zu k\u00f6nnen. Zudem k\u00e4mpfen diese L\u00e4nder mit Wasserknappheit. <strong>Es bringt daher nichts Wasserstoff aus fossilen Quellen \u00fcber weite Strecken zu importieren<\/strong>.<\/li>\n\n\n\n<li>Wie sieht es mit der <strong>politischen Stabilit\u00e4t der L\u00e4nder<\/strong> aus? Es ist definitiv nicht sinnvoll, sich von einem neuen <strong>Rohstoff abh\u00e4ngig<\/strong> zu machen. Das sollten wir schon bei Gas aus Russland oder dem Streit der OPEC Staaten gelernt haben.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Sie sehen, dass Thema Wasserstoff ist komplex und viele der Punkte sind nicht schnell zu l\u00f6sen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"worum-geht-es-wirklich\"><strong>Worum geht es wirklich?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Der von mir sehr gesch\u00e4tzte Volker Quaschning, Professor f\u00fcr Regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin, bringt es auf den Punkt. Quaschnig bezeichnet die deutsche Wasserstoffstrategie als \u201e<em>reines Ablenkungsman\u00f6ver<\/em>\u201c, denn von einer \u00dcberkapazit\u00e4t an erneuerbaren Energietr\u00e4gern sind wir weit entfernt und ohne diese wird es mit dem \u201egr\u00fcnen\u201c Wasserstoff nichts werden. Der Wissenschaftler h\u00e4lt die derzeitigen Diskussionen f\u00fcr eine \u201e<em>Luftnummer<\/em>\u201c. In einem sehr <a href=\"https:\/\/www.watson.de\/nachhaltigkeit\/nachhaltig\/188247292-energiewissenschaftler-kritisiert-wasserstoffstrategie-ablenkungsmanoever\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">lesenswerten Interview mit der Plattform Watson f\u00fchrt Quaschnig unter anderem aus<\/a>: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201e<em>Wenn wir den Klimaschutz ernst nehmen w\u00fcrden, w\u00fcrden wir den Ausbau der erneuerbaren Energien vorantreiben. Aber man baut lieber nicht, will stattdessen klimaneutralen Wasserstoff aus Afrika holen und redet nicht dar\u00fcber, ob das realistisch ist<\/em>.\u201c (13)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-probleme-unseres-wirtschaft-und-energiesystems-in-bezug-auf-die-klimakrise-sind-bekannt\">Die Probleme unseres Wirtschaft- und Energiesystems in Bezug auf die Klimakrise sind bekannt:<\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em><strong>Wir leben auf zu gro\u00dfem Fu\u00df und nehmen uns damit selbst unsere \u00f6kologische Nische.\u00a0<\/strong><\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Erkenntnis des anthropogenen Klimawandels gibt es seit mehr als 40 Jahren. Lange Zeit wurden diverse Studien als Panikmache abgetan oder schlichtweg geleugnet. Das hat sich mittlerweile etwas gebessert. Dennoch wird nach wie vor von der technologischen L\u00f6sung gesprochen \u2013 dass zur richtigen Zeit die richtige L\u00f6sung kommen wird. Das passiert nicht! Wir kommen um <strong>Ver\u00e4nderungen<\/strong> nicht herum. Diese m\u00fcssen nicht immer negativ sein, wie ich bereits im Artikel &#8222;<a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/pulse\/earth-overshoot-day-wir-wirklich-brauchen-marlene-buchinger\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Was wir wirklich brauchen<\/a>&#8220; beschrieben habe.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em><strong>Derzeit ist allerdings zu bef\u00fcrchten, dass der Wasserstoffhype als\u00a0bequeme Ausrede\u00a0genommen wird, um wieder nichts gegen die Klimakrise zu tun. Damit verlieren wir noch mehr Zeit.<\/strong><\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"das-oberste-ziel\"><strong>Das oberste Ziel<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Auch wenn es sich noch immer nicht an alle herumgesprochen hat:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em><strong>Unser oberstes Ziel muss es sein, unseren Ressourcen- und Energieverbrauch zu reduzieren, sodass wir Klimaneutralit\u00e4t erreichen und die Umweltzerst\u00f6rung und den Artenschwund stoppen.<\/strong><\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Kurz gesagt: Weniger von allem. Bevor jetzt einige der Leser:innen Schnappatmung bekommen. Denken Sie an Ihre Waage \u2013 weniger muss nicht schlechter sein.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die weltweit produzierten Energiemengen bestehen zu \u00fcber 86 % aus fossilen Energietr\u00e4gern (14)&nbsp;und dementsprechend zu hoch ist der Aussto\u00df an Klimagasen. An dieser Menge sieht man, dass Wasserstoff alleine das Problem nicht l\u00f6sen wird. Das Zitat von Claudia Kempfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und Professorin f\u00fcr Energiewirtschaft und Energiepolitik, finde ich besonders zutreffend: \u201e<em>Wasserstoff ist der Champagner unter den Energietr\u00e4gern<\/em>. (15)\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Ver\u00e4nderung unseres Ressourcen- und Energieverbrauches ist unumg\u00e4nglich um die Klimakrise zu meistern. Das bedeutet&nbsp;<strong>Reduzieren &#8211;&gt; Anpassen &#8211;&gt; Ersetzen<\/strong>&nbsp;&#8211; genau in dieser Reihenfolge.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>Reduzieren<\/strong><\/td><td>Als wichtigste Ma\u00dfnahme muss der absolute Verbrauch gesenkt werden.&nbsp;<\/td><td>Die gr\u00f6\u00dften Energieverbraucher sind v.a. die Bereiche Industrie, Verkehr und Haushalte (16)<\/td><\/tr><tr><td><strong>Anpassen \u2013 Effizienz<\/strong><\/td><td>Anschlie\u00dfend folgt die sinnvollere Verwendung des Bestehenden.<\/td><td>Etwa m\u00fcssen die Lastspitzen von Erneuerbaren Energien gespeichert anstatt abgeregelt werden.&nbsp;Auch sparsamere Anwendungen und Ger\u00e4te sind ein wesentlicher Beitrag.<\/td><\/tr><tr><td><strong>Ersetzen<\/strong><\/td><td>Hier ist der massive Ausbau der Erneuerbaren Energien anstatt von fossilen Energietr\u00e4gern n\u00f6tig.&nbsp;<br>In den Bereichen in denen kein Ersatz m\u00f6glich ist (z.B. Stahlindustrie) kann Wasserstoff zur Anwendung kommen.<\/td><td>&nbsp;Verwendung von \u201egr\u00fcnem\u201c statt \u201egrauem\u201c Wasserstoff.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ver\u00e4nderung unseres Ressourcen- und Energieverbrauchs<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Die Einsparungsm\u00f6glichkeiten sind gro\u00df<\/strong>: Die Dena (Deutsche Energieagentur) geht im Rahmen der Initiative Energieeffizienz von <strong>Einsparungspotentialen<\/strong> im \u00f6ffentlichen und privaten Sektor in Deutschland von <strong>20 bis teilweise 50 % <\/strong>aus (17). \u00dcber den <strong>Verkehrsbereich<\/strong> und die m\u00f6glichen Ver\u00e4nderungen (z.B. Nutzen von E-Mobilit\u00e4t und dem Ausbau des \u00f6ffentlichen Verkehrs) schreiben wir im #RestartThinking Blog seit Jahren. Ein wesentlicher \u201eEnergiefresser\u201c ist der Bereich <strong>W\u00e4rme und K\u00e4lte<\/strong>, der in der EU etwa 50 % des Endenergiebedarfs ausmacht und gr\u00f6\u00dftenteils \u00fcber fossile Energietr\u00e4ger gedeckt wird. Das betrifft einerseits den industriellen Bereich, als auch die Haushalte (18). Ver\u00e4nderte Vorgaben, wie etwa das Verbot von \u00d6lheizungen in \u00f6sterreichischen Neubauten ab dem Jahr 2020 (19), sind ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die <strong>Sektorkopplung<\/strong> ist ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung, obwohl sie noch eher str\u00e4flich behandelt wird. Unter Sektorkopplung versteht man die <strong>sinnvolle Vernetzung<\/strong> verschiedener Bereiche oder Anwendungen \u2013 also <strong>Elektrizit\u00e4t, W\u00e4rme, Verkehr und Industrie<\/strong>. Wir betrieben beispielsweise Sektorkopplung indem wir mit unserer Photovoltaikanlage sowohl Strom (Elektrizit\u00e4t) als auch Wasser f\u00fcr die Heizung und Warmwasserbereitung w\u00e4rmen (W\u00e4rme) und zudem noch die Batterie des Elektroautos laden (Verkehr). Ein anderes Beispiel ist etwa die Nutzung von Abw\u00e4rme aus Industrieprozessen um nahegelegene Geb\u00e4ude zu heizen oder auch zu k\u00fchlen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der notwendige <strong>massive Ausbau der erneuerbaren Energie ist unbestritten<\/strong> und schon ausreichend diskutiert worden. Dass die Energiegestehungskosten der Erneuerbaren im Vergleich zu fossilen Energietr\u00e4gern wesentlich niedriger sind, ist schon l\u00e4nger bekannt (20). Es spricht einfach kein logischer Grund gegen dezentrale Energieversorgung mit entsprechender <strong>lokaler Wertsch\u00f6pfung<\/strong> und damit einhergehender <strong>Reduktion der Energieimporte<\/strong>. Ja, die <strong>Regelung der Stromnetze<\/strong> ist aufw\u00e4ndiger. Hier kann Wasserstoff zur Lastregelung einen sinnvollen Beitrag leisten. Der entsprechende Aus- bzw. Umbau der <strong>Energienetze<\/strong> muss in diesem Bereich entsprechend ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"anreize-wie-kann-das-gelingen\"><strong>Anreize \u2013 wie kann das gelingen?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Diese Ma\u00dfnahmen sind nicht neu. Warum ist seit so vielen Jahren nicht wirklich etwas passiert?&nbsp;<strong>Das Problem ist, ohne finanzielle Anreize geht nicht viel voran<\/strong>. Die Freiwilligkeit hat uns in den letzten zwei Jahrzehnten nicht wirklich weitergebracht. Es darf einfach nicht mehr kostenlos sein, die Umwelt zu verschmutzen. Sie und ich zahlen Geb\u00fchren, damit unser M\u00fcll abgeholt und entsorgt wird. Warum ist aber der Aussto\u00df von Treibhausgaben noch immer beinahe \u201egratis\u201c?<\/p>\n\n\n\n<p>Das \u00e4ndert sich langsam. <strong>Deutschland<\/strong> hat beispielsweise Anfang 2021 eine <strong>CO2-Steuer auf Treibstoffe <\/strong>eingef\u00fchrt. Allerdings ist die Starth\u00f6he von 25 Euro pro Tonne CO2 l\u00e4cherlich gering und selbst im Jahr 2025 sind die 55 Euro pro Tonne CO2 noch immer viel zu niedrig bemessen (21). Andere L\u00e4nder, wie Schweden oder die Schweiz, sind da schon wesentlich weiter.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In der <strong>Schweiz<\/strong> betr\u00e4gt die <strong>CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe<\/strong> derzeit 96 Franken pro Tonne CO2. Die Abgabe wurde 2008 eingef\u00fchrt und seitdem schrittweise erh\u00f6ht. Dazu gibt es einen klaren Fahrplan, wenn die nationalen Einsparungsziele innerhalb eines bestimmten Zeitraumes nicht erreicht werden, steigt die Abgabe auf den n\u00e4chsth\u00f6heren Betrag. Anschlie\u00dfend wird der Zeitraum wieder evaluiert, usw. Damit hat man Planungssicherheit. Begleitet wurde die Abgabe von einer \u00f6kosozialen Reform, denn etwa zwei Drittel der Ertr\u00e4ge der CO2-Abgabe gehen an die Bev\u00f6lkerung zur\u00fcck. Au\u00dferdem wird mit dem Geld die Forschung neuer Technologien gef\u00f6rdert. Unternehmen k\u00f6nnen sich auch von der CO2-Abgabe befreien lassen, wenn sie einen klaren Fahrplan mit Reduktionszielen vorlegen und diesen auch einhalten (22). Ja, das wird kontrolliert!<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-industrie-geht-nicht-unter\"><strong>Die Industrie geht nicht unter<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Nein, der Untergang der Industrie kommt nicht. Es wird aber endlich Zeit, dass verantwortungsvolle Unternehmensf\u00fchrung vor dem Shareholder Value kommt. <strong>Seit ewigen Zeiten werden Profite privatisiert und Aufw\u00e4nde sozialisiert<\/strong>. Unternehmen m\u00fcssen ihren Anteil leisten, denn schlie\u00dflich profitieren sie von Luft und Wasser ohne Verschmutzung und unbelasteten B\u00f6den &#8211; genauso wie von gut erhaltener Infrastruktur oder Mitarbeitenden, die eine ordentliche Schulbildung haben. Doch dazu m\u00fcssen die Unternehmenssteuern steigen, denn die Arbeitnehmer:innen und kleinen Unternehmen, die keine M\u00f6glichkeiten zur \u201eSteuergestaltung\u201c haben, zahlen heute schon den Hauptanteil.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu diesem Thema kann ich Ihnen den #RestartThinking Podcast von \u00d6konomie-Physiker Mario Buchinger empfehlen:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-buchinger-kuduz wp-block-embed-buchinger-kuduz\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\nhttps:\/\/www.buchingerkuduz.com\/de\/restartthinking-podcast-folge-110-die-kosten-fuer-klimaschutz\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-auswirkungen-der-klimakrise\"><strong>Die Auswirkungen der Klimakrise<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Kosten der Klimakrise werden ein Vielfaches von dem ausmachen, was wir dagegen investieren m\u00fcssen. Diese Weisheit ist seit dem Stern Report (<em>Stern Review on the Economics of Climate Change<\/em>) (23)&nbsp;im Jahr 2006 bekannt, aber noch nicht \u00fcberall durchgesickert. Im April 2021 ist eine Berechnung der Swiss Re, einem der gr\u00f6\u00dften R\u00fcckversicherer weltweit, erschienen, dass die <strong>Folgen der Klimakrise bis 2050 die Weltwirtschaft 23 Billionen Dollar kosten werden<\/strong> (24). Wenn das jetzt nicht ein Anreiz w\u00e4re&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Anscheinend sind viele von uns ohne Preisschild in Form von Abgaben oder Strafen nicht in der Lage das Verhalten zu \u00e4ndern. Aber vielleicht hilft diese Denkweise: <strong>Die Investitionen in Klimaschutzma\u00dfnahmen sind nicht \u201eweg\u201c<\/strong> \u2013 denn durch das Geld k\u00f6nnen neue und zukunftsf\u00e4hige Sektoren entstehen, die wiederum Arbeitspl\u00e4tze schaffen. Im Ausbau von erneuerbaren Energien und Klimatechnologien liegt die Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"positive-effekte-fur-staaten\"><strong>Positive Effekte f\u00fcr Staaten<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Hier schlie\u00dft sich der Kreis zum Wasserstoff und zu den erneuerbaren Energien. Staaten, die verstanden haben, dass Investitionen in die emissionsfreie Zukunft sinnvoll sind, werden Vorteile haben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Sie k\u00f6nnen <strong>Standards<\/strong> (\u00e4hnlich wie die DSGVO made in Europe als Qualit\u00e4tszeichen bei Datenschutz) <strong>setzen<\/strong>\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>und neue Sektoren mit <strong>lokaler Wertsch\u00f6pfung<\/strong> aufbauen.\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Zudem <strong>reduziert<\/strong> man die <strong>Importabh\u00e4ngigkeit<\/strong> von anderen Staaten.\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Die <strong>F\u00f6rderung emissions\u00e4rmerer Sektoren<\/strong>, wie etwa Dienstleistungen, ist ein Erfolgsfaktor der Zukunft. Gerade in der Covid19-Pandemie hat man gesehen, dass menschenzentrierte Leistungen immens wichtig sind.\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Sektoren, wie <strong>Landwirtschaft oder Bauwirtschaft d\u00fcrfen nicht vergessen<\/strong> werden, denn auch diese haben massive Auswirkungen (zu hoher D\u00fcngemitteleinsatz, Zerst\u00f6rung des Regenwaldes und anderer sensibler Gebiete wie Feuchtgebiete, Emissionen bei Brandrodung, verlorene CO2-Speicher, Verlust der Biodiversit\u00e4t, Ausbreitung von Seuchen und Monokulturen, usw.).<\/li>\n\n\n\n<li>Die <strong>\u00f6ffentliche Nachfrage<\/strong> nach bestimmten Produkten oder Kriterien, ist dabei ein wichtiger Hebel. Was spricht dagegen, bei \u00f6ffentlichen Ausschreibungen klimaneutrale Produkte vorzugeben oder nur Unternehmen mit Treibhausgasbilanzierung zu ber\u00fccksichtigen?<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Neue Messkriterien<\/strong> sind n\u00f6tig und Staaten, wie Neuseeland, zeigen es bereits: Das BIP (Bruttoinlandsprodukt) ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Wie w\u00e4re es mit einem Gl\u00fccksindex (Neuseeland, Bhutan) oder tats\u00e4chlich verpflichtenden CO2-Obergrenzen (Schweiz).\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Die <strong>Politiker:innen und Medienvertreter:innen m\u00fcssen anders kommunizieren<\/strong>: Ver\u00e4nderung statt Verzicht. Es ist in unseren ges\u00e4ttigten Nationen nicht schlimm, etwas weniger zu konsumieren, zu reisen, zu essen &#8230; In vielen F\u00e4llen w\u00e4re das sogar von Vorteil (weniger Zucker, weniger tierische Produkte, weniger Autofahrten, etc.). Eines habe ich mittlerweile gelernt: Das Wort \u201eVerzicht\u201c ist nicht negativ, aber leider kommt das es so bei vielen Menschen an. <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/pulse\/earth-overshoot-day-wir-wirklich-brauchen-marlene-buchinger\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Daher sprechen wir gerne von <\/a><strong><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/pulse\/earth-overshoot-day-wir-wirklich-brauchen-marlene-buchinger\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ver\u00e4nderung<\/a>, das ist eine Aktivit\u00e4t \u2013 die bewusste Entscheidung<\/strong>. Dieses Bild muss von reichweitenstarken Personen und Medien transportiert werden.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"positive-effekte-fur-unternehmen\"><strong>Positive Effekte f\u00fcr Unternehmen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wir treten mit unserem kleinen Unternehmen seit Jahren f\u00fcr unsere Unternehmensvision ein: \u201e<em>Die Wirtschaft und die Gesellschaft handeln als Ehrbare Kaufleute<\/em>.\u201c Ja, der Weg dazu ist weit und ich wei\u00df nicht, ob wir das erleben werden. Denn besonders in der Wirtschaft herrschen oft Gier und kurzfristige Sichtweisen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind allerdings \u00fcberzeugt, dass die <strong>Unternehmen, die den Wandel durch die Klimakrise verstanden haben, langfristig zukunftsf\u00e4hig sein werden<\/strong>. Selbst wenn die oben angef\u00fchrten staatlichen Ma\u00dfnahmen nicht so rasch kommen, kann ein anderes Unternehmen schneller ver\u00e4nderungsf\u00e4hig sein und damit die Messlatte setzen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist bereits eine <strong>verst\u00e4rkte Nachfrage nach klimaschonenden Produkten und Dienstleistungen<\/strong> bemerkbar. Derzeit kann man sich als Unternehmen dadurch differenzieren und neue Kund:innen gewinnen. Au\u00dferdem sind ernst gemeinte Ambitionen ein <strong>starkes Zeichen f\u00fcr motivierte Mitarbeitende<\/strong>. Da die Nachfrage nach qualifizierten Fachkr\u00e4ften immer gr\u00f6\u00dfer wird und junge Menschen verst\u00e4rkt auf den Klimawandel achten, ist eine wirkliche gr\u00fcne Unternehmensstrategie (ich rede hier nicht von &#8222;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Greenwashing\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Greenwashing<\/a>&#8222;) ein Wettbewerbsvorteil.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-personliche-ebene\"><strong>Die pers\u00f6nliche Ebene<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Die Klimakrise tangiert uns alle, dazu kommt noch das Artensterben und Umweltverschmutzung<\/strong>. Allein diese drei Gr\u00fcnde sprechen f\u00fcr einen massiven Wandel auf staatlicher Ebene, im Unternehmensumfeld und im pers\u00f6nlichen Bereich. Und f\u00fcr alle, die sich noch immer nicht betroffen f\u00fchlen, m\u00f6chte ich an dieser Stelle unsere liebe Freundin <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/caroline-krohn-210a3879\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Caroline Krohn<\/a> zitieren, die meinte:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>Klimaschutz ist wie Datenschutz \u2013 man merkt erst, was man hatte, wenn er weg ist.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das Bewusstsein f\u00fcr die notwendigen Ver\u00e4nderungen ist der erste Schritt um aktiv zu werden und selbst zu gestalten. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"fazit-wasserstoff-als-zukunftshoffnung\"><strong>Fazit<\/strong>: Wasserstoff als Zukunftshoffnung<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Klimakrise stellt uns vor noch nie dagewesene Herausforderungen. Die <strong>Abkehr von fossilen Brennstoffen ist unumg\u00e4nglich<\/strong>. <strong>Wasserstoff ist ein m\u00f6glicher Beitrag<\/strong>, aber keine allgemeine L\u00f6sung f\u00fcr unsere Probleme und daher nicht die Zukunftshoffnung, als die er immer dargestellt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Das deutsche Ziel \u201edie Technologie zur Wasserstoffproduktion und -anwendung zu entwickeln und \u201eTechnologief\u00fchrer\u201c zu werden\u201c ist zu wenig. Es lenkt von den bisherigen Vers\u00e4umnissen beim Ausbau der erneuerbaren Energien ab und diese <strong>Technologiegl\u00e4ubigkeit verhindert wirkliche Verhaltens\u00e4nderungen<\/strong>. Denn die Hoffnung auf die Wasserstofftechnologie dient als bequeme Ausrede nichts zu ver\u00e4ndern. Damit verlieren wir noch mehr Zeit, die wir nicht haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Der \u00d6konomie-Physiker Mario Buchinger beschreibt es sehr sch\u00f6n:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>Wasserstoff ist nichts anderes als ein Image-Katalysator.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Wasserstoffthemen, wie <strong>Power-to-X <\/strong>mit maximalen Wirkungsgraden von 12-20 %, sind jenseits aller Vernunft und dienen nur dazu <strong>alte, lobbystarke Sektoren am Leben zu erhalten<\/strong>. Zum Thema Stranded assets und der Carbon Bubble werden wir heuer noch hier im #RestartThinking Blog publizieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Statt Zeit, Geld und Energie in die Wasserstofftechnologie zu stecken, gibt es bessere Hebel um wesentliche Massnahmen gegen die Klimakrise voran zutreiben. Der <strong>Ausbau der Erneuerbaren Energie, der Speicher- und Netzstruktur<\/strong> und gleichzeitig die massive Reduktion der Emissionen sind die einzigen L\u00f6sungen. Das st\u00e4rkt die jeweiligen Gebiete durch lokale Wertsch\u00f6pfung und reduziert Importabh\u00e4ngigkeit. Wasserstoff kann ein Element zur Speicherung sein, aber wie man an der Elektromobilit\u00e4t sieht, ist der Batteriespeicher mittlerweile mehr als nur konkurrenzf\u00e4hig.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>All das wird es aber nur mit einer <strong>Bepreisung von CO2 <\/strong>und anderer klimasch\u00e4dlicher Gase gehen, denn ohne finanzielle Konsequenzen gibt es leider aus kurzfristiger Sicht vieler Entscheider:innen keinen Anlass zur Umkehr.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Daher begr\u00fc\u00dfen wir Initiativen, wie etwa die in Frankreich. Dort wurde der \u201e\u00d6kozid\u201c, also ernste F\u00e4lle von Umweltsch\u00e4digungen, unter Strafe gestellt. Die Strafen gehen in die Millionenh\u00f6he und sehen sogar Gef\u00e4ngnisstrafen f\u00fcr die Verursacher vor (25). Der Vorsto\u00df von Joe Biden die US Emissionen zum Stand 2005 zu halbieren und die Ank\u00fcndigungen der EU die Emissionen um 55 % zu senken (26)&nbsp;sind absolut begr\u00fc\u00dfenswert. Jetzt geht es um die Umsetzung und wir werden ohne ein ausreichend hohes Preisschild keine wirkliche Ver\u00e4nderung einleiten k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Egal ob Strafen oder CO2-Preisung: <strong>Die Gelder dieser Ma\u00dfnahmen kommen uns allen zu Gute!<\/strong> Die Einnahmen des Staates k\u00f6nnen f\u00fcr Klimaschutzma\u00dfnahmen oder andere Infrastrukturprojekte (Ausbau \u00f6ffentlicher Verkehr, Gesundheitsversorgung, Bildung, etc.) verwendet werden. Die lokale Errichtung von erneuerbare Energieanlagen bringt Arbeitspl\u00e4tze und Steuereinnahmen. <strong>Wir m\u00fcssen weg von dem Gedanken, dass Ausgaben in Bezug auf die Klimakrise verschwendet sind. <\/strong>Wir profitieren davon \u2013 Sie und ich. W\u00e4hrenddessen werden h\u00e4ufig gro\u00dfe Unternehmensgewinne mittels Steuertricks niedrig besteuert und kommen Einzelnen zu, die aber nicht in notwendigen Ma\u00dfe zur Gesellschaft beitragen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Haltung muss sich \u00e4ndern und dass wir verstehen, dass <strong>Ver\u00e4nderung positiv ist<\/strong>. Es f\u00fchlt sich besser an, die Ver\u00e4nderung zu gestalten als nur zu reagieren. Daher machen Sie mit und ver\u00e4ndern Sie Ihr eigenes Umfeld, wir alle k\u00f6nnen einen Beitrag leisten. In unserer <a href=\"https:\/\/www.buchingerkuduz.com\/blog\/restartthinking-klimaaktion\/\">#RestartThinking Klimaaktion<\/a> haben wir bereits 30 Tage lang gezeigt, was man tun kann.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gestalten Sie Ihren Weg zur Ver\u00e4nderungsf\u00e4higkeit!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das war der nun vierte und letzte Artikel zum Thema Wasserstoff. Wir werden f\u00fcr Sie alle Teile nochmals in einem PDF zusammenstellen und es auch eine Kurzfassung erstellen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Fragen und Anregungen freue ich mich \u00fcber Ihre Nachricht!<\/p>\n\n\n\n<p>Herzliche Gr\u00fc\u00dfe<br>Marlene Buchinger<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"quellen\"><strong>Quellen:<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.chemie.de\/lexikon\/Elektrolyse.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Chemie.de &#8211; Lexikon<\/a>, abgerufen am 22.04.2021<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.iea.org\/data-and-statistics\/charts\/low-carbon-hydrogen-production-2010-2030-historical-announced-and-in-the-sustainable-development-scenario-2030\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">IEA &#8211; Fuels &amp; technologies &#8211; Hydrogen<\/a>,\u00a0abgerufen am 16.01.2021<\/li>\n\n\n\n<li>IEA &#8211; Data \u2013 Data tables \u2013 Balances \u2013 2018 &#8211; Production,\u00a0abgerufen am 27.04.2021 &#8211; Link nicht mehr verf\u00fcgbar<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/environment\/integration\/research\/newsalert\/pdf\/39na1_en.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Science for Environment Policy: European Commision DG Environment News Alert Service<\/a>,\u00a0abgerufen am 17.03.2021<\/li>\n\n\n\n<li>BMWI Deutschland, \u201eDie Nationale Wasserstoffstrategie\u201c, Stand 06\/2020, Seite 9<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.chemie.de\/lexikon\/Wasserstoff.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Chemie.de &#8211; Lexikon<\/a>,\u00a0abgerufen am 17.03.2021<\/li>\n\n\n\n<li>European Commission, Communication \u201cA hydrogen strategy for climate-neutral Europe\u201d, 07\/2020, S. 10\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>IEA, Report \u201eThe Future of Hydrogen\u201d, 2019, S. 43<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sylvensteinspeicher\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Wikipedia \u2013 Sylvensteinspeicher<\/a>, abgerufen am 27.04.2021<\/li>\n\n\n\n<li>IEA, Report \u201eThe Future of Hydrogen\u201d, 2019, S. 43<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.bayern-innovativ.de\/seite\/ammoniak-wasserstoffspeicher\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bayern-Innovativ, Prof. Dr. Jochen Fricke<\/a>, abgerufen am 27.04.2021<\/li>\n\n\n\n<li>European Commission, Communication \u201cA hydrogen strategy for climate-neutral Europe\u201d, 07\/2020, S. 15<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.watson.de\/nachhaltigkeit\/nachhaltig\/188247292-energiewissenschaftler-kritisiert-wasserstoffstrategie-ablenkungsmanoever\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Watson<\/a>, abgerufen am 27.04.2021<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.iea.org\/data-and-statistics\/data-tables\/?country=WORLD&amp;energy=Balances&amp;year=2018\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">IEA &#8211; Data \u2013 Data tables \u2013 Balances \u2013 2018 &#8211; Production<\/a>, abgerufen am 27.04.2021<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/wasserstoff-technologie-101.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Tagesschau.de<\/a>, abgerufen 27.04.2021<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.iea.org\/data-and-statistics\/?country=WORLD&amp;fuel=Energy%20consumption&amp;indicator=TFCShareBySector\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">IEA &#8211; Data \u2013 Data browser \u2013 Energy consumption \u2013 TFC by sector<\/a>, abgerufen am 27.04.2021<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20060720093937\/http:\/\/www.initiative-energieeffizienz.de\/fileadmin\/InitiativeEnergieEffizienz\/dachmarke\/Brosch_re_IEE_Dachmarke.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Initiative Energieeffizienz<\/a>,\u00a0abgerufen am 27.04.2021<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/heatroadmap.eu\/heating-and-cooling-energy-demand-profiles\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Heat Roadmap Europe<\/a>, abgerufen am 28.04.2021<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ots.at\/presseaussendung\/OTS_20190926_OTS0003\/nationalrat-verbietet-oelkesselanlagen-in-neubauten-ab-2020\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">APA &#8211; OTS<\/a>, abgerufen am 28.04.2021<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.irena.org\/-\/media\/Files\/IRENA\/Agency\/Publication\/2020\/Jun\/IRENA_Costs_2019_DE.PDF?la=en&amp;hash=755C59F88440F9ADD2819AE6FCE387B517EE82D1\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">IRENA \u2013 International Renewable Energy Agency<\/a>, abgerufen am 28.04.2021<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/themen\/klimaschutz\/co2-bepreisung-1673008\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Deutsche Bundesregierung<\/a>, abgerufen am 27.04.2021<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.bafu.admin.ch\/co2-abgabe\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bundesamt f\u00fcr Umwelt &#8211; BAFU<\/a>, abgerufen am 28.04.2021<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stern-Report\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Wikipedia \u2013 Stern-Report<\/a>, abgerufen am 27.04.2021<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2021\/04\/22\/climate\/climate-change-economy.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">New York Times<\/a>, abgerufen am 23.04.2021<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/politik\/frankreich-klimawandel-oekozid-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ZDF<\/a>, abgerufen am 28.04.2021<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/mensch\/klimagipfel-der-usa-biden-s-erster-klima-coup-a-3951c7b6-71bd-4824-9c2d-07ec9730fd04\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Spiegel.de<\/a>, abgerufen am 27.04.2021<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Klimakrise stellt uns vor noch nie dagewesene Herausforderungen. 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