{"id":4089,"date":"2022-10-27T07:24:00","date_gmt":"2022-10-27T05:24:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.buchingerkuduz.com\/blog\/?p=4089"},"modified":"2024-10-31T20:21:26","modified_gmt":"2024-10-31T19:21:26","slug":"klimapsychologie-warum-andern-wir-uns-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.buchingerkuduz.com\/blog\/klimapsychologie-warum-andern-wir-uns-nicht\/","title":{"rendered":"Klimapsychologie: Warum \u00e4ndern wir uns nicht?"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Forschungsgebiet der Klimapsychologie wird immer wichtiger. Eigentlich wissen wir, dass sich jede:r ver\u00e4ndern muss und trotzdem geschieht wenig. Daher werfen wir heute einen Blick auf diese wichtige Thema.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wir wissen eigentlich Bescheid<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Mein Mann und ich waren Mitte Oktober an der Hochschule Hannover eingeladen um eine Projektwoche zum Thema \u201eKlimatransformation und Nachhaltigkeit\u201c zu gestalten. Knapp 20 Studierenden aus den Bereichen Elektro-, Automatisierungs- und Energietechnik sowie Wirtschaftsingenieur:innen erarbeiteten interaktiv Themen wie beispielsweise die Dekarbonisierung gelingen kann, wie die Treibhausgasbilanzierung funktioniert und welche Aufgaben ein Nachhaltigkeitsmanagement in Unternehmen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Am ersten Tag ging es vor allem um die Auswirkungen der Klimakrise und was in den n\u00e4chsten Jahren auf die jungen Generationen zukommt. Die Studierenden waren teilweise \u00fcberrascht bis geschockt als sie das Ausma\u00df der Ver\u00e4nderungen anhand der IPCC Modellierungen, dem PIK Modell der Kipppunkte (1) und der Planetaren Grenzen vom Stockholm Resilience Center (2), erkannten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Jeder Beitrag z\u00e4hlt<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Jedes Zehntelgrad mit dem wir unsere Erde NICHT erw\u00e4rmen, erm\u00f6glicht unseren Lebensraum in einem sicheren Zustand zu erhalten und die Auswirkungen klimabedingter Sch\u00e4den, die bereits jetzt immer sichtbarer werden, zu minieren.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Woche kam auch immer wieder die Sprache auf die pers\u00f6nliche Einstellung, das Bewusstsein und die Haltung von Menschen. Das f\u00fchrt uns zum Thema Klimapsychologie und ich freue mich, mit Ihnen in dieses spannende Thema einzutauchen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wissen und Handeln \u2013 passt das zusammen?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Den Fakten der Klimakrise kann man sich wirklich nicht mehr entziehen. Das bedeutet aber nicht, dass Menschen sofort handeln. H\u00e4ufig wird durch Fakten rund um die Klimakrise eine sogenannte&nbsp;<strong>kognitive Dissonanz<\/strong>&nbsp;ausgel\u00f6st, wie es die&nbsp;Umweltpsychologin&nbsp;Isabella Uhl-H\u00e4dicke in ihrem sehr empfehlenswerten Buch \u201eWarum machen wir es nicht einfach?\u201c sehr sch\u00f6n aufbereitet. Ich werde mich in diesem Blogbeitrag noch einige Male auf Frau Uhl-H\u00e4dicke beziehen. Die Quellenangabe finden Sie im Anhang unter Referenz (3).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kognitive Dissonanz \u2013 irgendetwas stimmt nicht&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Jede:r glaubt von sich selbst umweltfreundlich zu handeln und niemand will an der Klimakrise (mit-)schuld sein. Wenn jetzt aber die Aktivist:innen von Fridays For Future, andere Personen oder Institutionen die eigenen Lebensweise (z.B. den Besitz eines riesigen SUV-Fahrzeuges, mehrmalige Urlaubsfl\u00fcge im Jahr oder den Fleischkonsum) zu Recht anprangern, widerspricht das dem eigenen \u201epositivem\u201c Selbstbild. Das l\u00f6st bei der jeweiligen Person wiederum negative Gef\u00fchle (Unwohlsein, schlechtes Gewissen, etc.) aus und man spricht von der kognitiven Dissonanz. Manchmal reicht schon das Beobachten von Personen, die anders handeln als man selbst aus, um diesen Zwiespalt aufzul\u00f6sen (vgl. (3), S.42 ff.).<\/p>\n\n\n\n<p>Dann gibt es zwei M\u00f6glichkeiten:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong><em>Direkte Handlungen \u2013 die tats\u00e4chliche Ver\u00e4nderung<\/em><\/strong><\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>Diese Handlungen h\u00e4ngen direkt mit der Bedrohung zusammen. Das Unwohlsein, wenn die eigene Wahrnehmung und die R\u00fcckspiegelung von au\u00dfen auseinanderfallen, f\u00fchrt&nbsp;<strong>im besten Fall<\/strong>&nbsp;dazu, dass die Person&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>ihre Verantwortung annimmt,<\/li>\n\n\n\n<li>tats\u00e4chlich ihr Verhalten \u00e4ndert und&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>die jeweilige&nbsp;<strong>Handlung ver\u00e4ndert bzw. beendet<\/strong>&nbsp;und&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li><strong>neue Verhaltensweisen<\/strong>&nbsp;anwendet. Also beispielsweise <a href=\"https:\/\/www.buchingerkuduz.com\/blog\/verkehrswende-endlich-richtig-umsetzen\/\">statt mit dem Auto f\u00e4hrt auf den \u00f6ffentlichen Verkehr umsteigt <\/a>(vgl. (3), S. 25 und S. 42).<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Leider<\/strong>: Es kann allerdings auch passieren, dass die kognitive Dissonanz das nicht erw\u00fcnschte Verhalten erst recht provoziert. Auch solche Menschen gibt es in unserer Gesellschaft, die dann erst recht mit dem SUV durch die Gegend brausen, zum Shoppen kurz nach London fliegen und noch \u00f6fters Fleisch essen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>2. <em> <strong>Indirekte Handlungen \u2013 Schuld sind die anderen<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4ufig f\u00fchrt die kognitive Dissonanz auch zu&nbsp;<strong>symbolischen Handlungen<\/strong>, die mit der urspr\u00fcnglichen&nbsp;<strong>Bedrohung rein gar nichts zu tun haben und auch nicht zu deren L\u00f6sung beitragen<\/strong>&nbsp;(vgl. (3), S.26). Die Aktion dieser symbolischen Handlung hilft aber den Stress, der durch die kognitive Dissonanz entstanden ist, abzubauen ((3), S. 29) Dazu z\u00e4hlen u.a. folgende Verhaltensweisen:&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Die Aufwertung der eigenen gesellschaftlichen Gruppe und gleichzeitig Abwertung der anderen<\/strong>, die diese Gef\u00fchle ausl\u00f6sen. Die eigene Gruppe k\u00f6nnen soziale Normen oder Weltanschauungen formen (vgl. (3), S. 26 und S. 29). Beispiele f\u00fcr die Abwertung anderer sind die Aggressionen sein, die Greta Thunberg im Internet entgegenschlugen. Oder wenn die Aktivist:innen von Fridays For Future angep\u00f6belt werden und man ihnen das Recht auf Meinungs\u00e4u\u00dferung abspricht.&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Oder man&nbsp;<strong>fokussiert auf Nebenschaupl\u00e4tze<\/strong>, mit Aussagen, dass die Teilnehmenden der FFF-Demos nachher zu McDonalds gehen und gar nicht so \u201egr\u00fcn\u201c sind. Niemand ist perfekt, aber die, die etwas ver\u00e4ndern wollen anzuprangern, weil sie nicht komplett asketisch leben, ist auch scheinheilig. In diesen Bereich f\u00e4llt auch ausweichendes Verhalten, mit S\u00e4tzen wie \u201edie Chinesen sind ja viel schlimmer.\u201c<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>In Experimenten fanden Psychologen laut Autorin Uhl-H\u00e4dicke sogar heraus, dass die Probant:innen Menschen mit einer anderen Weltanschauung sogar&nbsp;<strong>st\u00e4rker bestrafen<\/strong>&nbsp;w\u00fcrden, um die Anspannung der kognitiven Dissonanz aufzul\u00f6sen (vlg. (3), S. 26 und S. 29)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Probleme bei der Klimakrise<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Leider sind die Bedrohungen durch die Klimakrise sehr umfangreich \u2013 also komplex, nicht direkt greifbar, mittelbar in der Zukunft und oft noch nicht f\u00fcr jede:n sp\u00fcrbar \u2013 das hemmt die rasche Reaktion, die eigentlich notwendig w\u00e4re (vgl. (3), S. 29).<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem bef\u00f6rdert die Klimakrise Gef\u00fchle, wie Ohnmacht, Hilflosigkeit und Kontrollverlust und diese sind nicht hilfreich um bei Ver\u00e4nderungen voran zu gehen (vgl. (3), S. 105ff).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Klimapsychologie &#8211; Die menschlichen Einflussfaktoren<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Und weil das nicht schon komplex genug ist, gibt es bei uns Menschen ganz viele verschiedene Einflussfaktoren. Dazu z\u00e4hlen beispielsweise das&nbsp;<strong>Geschlecht<\/strong>&nbsp;(Frauen sind sozial- und umweltorientierter), das&nbsp;<strong>Alter<\/strong>&nbsp;oder&nbsp;<strong>Einkommen<\/strong>.&nbsp;<strong>Symbolische Gr\u00fcnde<\/strong>&nbsp;\u2013 Stichwort Status und Konsum \u2013 k\u00f6nnen die Ver\u00e4nderung ebenso verhindern.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Uhl-H\u00e4dicke sieht zudem unterschiedliche&nbsp;<strong>Werteinstellung<\/strong>&nbsp;als positiv bzw. hinderlich&nbsp;&nbsp;bei der Ver\u00e4nderung im Rahmen der Klimapsychologie (vgl. (3), S. 28 f, S. 50 u. S. 92):<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Altruistisch eingestellte Menschen<\/strong>, denen das Wohl der anderen wichtig ist und&nbsp;<strong>Menschen mit hohen Umweltwerten<\/strong>, k\u00f6nnen mit Fakten zur Klimakrise eher erreicht und mit verschiedenen Ma\u00dfnahmen leichter zu Ver\u00e4nderungen gebracht werden.&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>W\u00e4hrenddessen sind&nbsp;<strong>Menschen mit egoistischen Werten<\/strong>, denen die eigene (finanzielle) Macht wichtig ist oder&nbsp;<strong>Hedonisten<\/strong>, denen das eigene Vergn\u00fcgen als Ma\u00df der Dinge gilt, schwer f\u00fcr Umweltbelange und Fakten zu erreichen.&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Wenn man dann noch bedenkt, dass nicht alle Menschen \u00fcber Ihr eigene Handlungswirksamkeit Bescheid wissen und dass jede:r einen massiven Beitrag gegen die Klimakrise leisten kann, dann wird schnell klar, dass eine Vielzahl an Ma\u00dfnahmen n\u00f6tig sind.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ma\u00dfnahmen aus der Klimakrise<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die folgenden Vorschl\u00e4ge sind nur einer kleiner Auszug (vlg. (3), S. 63, S. 90<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Verhaltens\u00e4nderungen k\u00f6nnen einerseits durch&nbsp;<strong>soziale Normen<\/strong>&nbsp;getriggert werden. Wenn jemand merkt, dass sich das Verhalten bei anderen in der eigenen sozialen Gruppe ver\u00e4ndert, ist man darauf bedacht selbst nicht aufzufallen und hat einen Anreiz zur Ver\u00e4nderung. Beim Thema \u201e<a href=\"https:\/\/www.bbc.co.uk\/newsround\/49032117\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Flygscam<\/a>\u201c oder beim ver\u00e4nderten Konsum von Fleisch kann man das sehr gut beobachten.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Gesetzliche Normen&nbsp;<\/strong>sind ebenso wichtig, denn damit wird klar, dass gewisse Verhaltensnormen zur Pflicht werden bzw. andere Aktionen nicht mehr erw\u00fcnscht sind. Die Einf\u00fchrung der Gurtpflicht war ein Beispiel daf\u00fcr. Da das auch zur Ablehnung f\u00fchren kann, gehen politische Akteure dazu \u00fcber Anreize zu schaffen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Anreizsysteme<\/strong>: Hier hat die Forschung aber herausgefordert, dass diese am besten einmalig und in ausreichender H\u00f6he sein m\u00fcssen, denn ansonsten \u201elohnt\u201c sich die Verhaltens\u00e4nderung nicht. Bzw. wenn eine regelm\u00e4\u00dfige F\u00f6rderung wegf\u00e4llt, f\u00e4llt auch h\u00e4ufig der Grund f\u00fcr die Ver\u00e4nderung weg.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Sie merken, wir Menschen sind nicht so rational wie wir gerne von uns glauben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Macht der Gewohnheit<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Zu allem anderen kommt noch das Problem mit den Gewohnheiten hinzu. Wir haben zwar mittlerweile Smartphones und interagieren im Internet weltweit, aber evolution\u00e4r sind wir in den letzten 10.000 Jahren nicht wesentlich weitergekommen. In dieser Zeit war Energie in Form von Nahrung Mangelware und wir haben versucht mit Routinen Energie zu sparen. Gelernt haben wir nur, wenn wir dazu gezwungen waren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Daher sind Routinen f\u00fcr uns auch heute noch so verlockend. Jede:r, die\/der schon mal eine neue Sportart nach Silvester probieren wollte, wei\u00df wovon ich spreche. Auch im Alltag, gibt es zig Verhaltensmuster, die zwar bequem aber auch sch\u00e4dlich sind zB dass wir gerne den Fahrstuhl nehmen, anstatt den gleichen Weg auf der Treppe zur\u00fcck zu legen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Schritte aus der Routine<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Daher braucht es <strong>bewusste Trigger um neue Verhaltensweisen in unser Handeln zu integrieren und diese auch langfristig durchzuhalten<\/strong>. Mir hilft es beispielsweise bereits am Vorabend die Laufschuhe bereit zu stellen, damit am Morgen nicht wieder zig Ausreden dazwischenkommen. Sie k\u00f6nnen auch mit der Erinnerungsfunktion auf ihrem Smartphone oder Post-ist arbeiten. Ein Freund von uns hat zu einer drastischen Ma\u00dfnahmen gegriffen und sein Auto weiter weggeparkt. Die Bushaltestelle liegt n\u00e4her als der Parkplatz, daher f\u00e4hrt er jetzt \u00f6fters mit dem Bus als mit dem Auto. Ihrer Kreativit\u00e4t sind da keine Grenzen gesetzt!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aber aus der Projektentwicklung wei\u00df ich eines:<\/strong> Startet man mit allem zu gleich, wird nichts rechtzeitig fertig. Nehmen Sie sich ein, zwei Verhaltensweisen vor, die sich ver\u00e4ndern wollen und bleiben sie dran. Die Bereiche sind vielf\u00e4ltig: Mobilit\u00e4t, Ern\u00e4hrung, Konsum, Urlaubsziele, Freizeitbesch\u00e4ftigungen.&nbsp;Es werden auch R\u00fcckschl\u00e4ge kommen, aber das gute Gef\u00fchl, wenn man es geschafft hat, belohnt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Zuk\u00fcnftige F\u00e4higkeiten<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Das f\u00fchrt mich zum letzten Punkt dieses Blogbeitrags \u00fcber Klimapsychologie. Wir besch\u00e4ftigen uns mit unserem Unternehmen Buchinger|Kuduz viel mit Ver\u00e4nderungen und unterst\u00fctzen Organisationen auf ihrem Weg dorthin. Von den Studierenden in Hannover wurden wir gefragt, welche <strong>zuk\u00fcnftigen F\u00e4higkeiten<\/strong> wichtig sein werden. Hier ist unser <strong>Best of:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\">\n<li><strong>Kommunikation<\/strong>: Die Klimakrise und die daraus resultierenden Ver\u00e4nderungen werden massive Umbr\u00fcche nach sich ziehen und Unternehmen massiv fordern. Diese den unterschiedlichen Einflussgruppen (Stakeholdern z.B. Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, Mitarbeitende, Kunden, Betriebsrat) zu vermitteln und auch notwendige Ma\u00dfnahmen herzuleiten, wird eine Kernkompetenz der Zukunft sein. Wir k\u00f6nnen die Ma\u00dfnahmen gemeinsam schaffen und sprechenden Menschen kann geholfen werden.&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Neues Ausprobieren und kurzzyklisches<\/strong>&nbsp;<strong>Lernen (auch agiles Arbeiten genannt):<\/strong>&nbsp;Ein \u201eWeiter so\u201c verst\u00e4rkt die bereits vorhandenen Probleme nur, also sind neue Verhaltensweisen n\u00f6tig. Diese fallen aber nicht vom Himmel, sondern m\u00fcssen gemeinsam erarbeitet werden. Das reicht von der Strategie und damit der ganzen Unternehmensausrichtung zB Art der Dienstleistungen und Produkte, die Unternehmen anbieten und herstellen, \u00fcber die Beschaffung, Lieferung und Logistik, bis hin zur Verwendungen und dem Wiederverwenden. Aber auch die internen Prozesse und die Kommunikation sind betroffen. Besonders in Deutschland neigt man zur 180 % igen L\u00f6sung, die ewig geplant wird, anstatt sich mal auf den Weg zu machen und zu lernen. Fehler passieren auf diesem Weg so und so, doch die Frage ist wie man damit umgeht. Mitarbeitende und F\u00fchrungskr\u00e4fte mit Kompetenzen im diesem Bereich werden daher noch dringender gebraucht.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Andere bei Ver\u00e4nderungen unterst\u00fctzen<\/strong>: Da nicht alle mit diesem Tempo mithalten k\u00f6nnen, ist neben der Kommunikationsf\u00e4higkeit und dem Ausprobieren auch die F\u00e4higkeit von Teamplayern gefordert, die andere bei ihrer Unsicherheit unterst\u00fctzen k\u00f6nnen. Das bedeutet f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte jetzt nicht, dass alles basisdemokratisch entschieden wird. Sie m\u00fcssen weiterhin Entscheidungen treffen, aber die Frage ist, wie sie Mitarbeitende einbinden, besonders auch dann, wenn sie skeptisch oder \u00e4ngstlich sind. Ich spreche hier nicht von den ewigen N\u00f6rglern oder Saboteuren.&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li><strong><a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/lexikon\/psychologie\/ambiguitaetstoleranz\/743\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ambiguit\u00e4tstoleranz<\/a><\/strong>: Und wir werden diesen Begriff lernen m\u00fcssen. Es geht darum mit Mehrdeutigkeit und Widerspr\u00fcchen besser umgehen zu k\u00f6nnen. Es wird beispielsweise in den Sommern trockener, aber gleichzeitig werden die Starkregenereignisse zu nehmen. K\u00e4ltextreme im Winter werden h\u00e4ufiger, auch wenn die Wintermonate im Durchschnitt trotzdem w\u00e4rmer werden. Diese widerspr\u00fcchlichen Zust\u00e4nde auszuhalten und richtig einordnen zu k\u00f6nnen, wird eine wesentliche F\u00e4higkeit in der Zukunft sein (und ist es auch jetzt bereits).&nbsp;<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>F\u00fcr heute m\u00f6chte ich mit dem Zitat von&nbsp;Petteri Taalas, Generalsekret\u00e4r der Weltorganisation f\u00fcr Metrologie (WMO), 2018, schlie\u00dfen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><strong><em>\u201eWir sind die erste Generation, die den Klimawandel vollauf versteht, und die letzte Generation, die in der Lage ist, etwas dagegen zu tun.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Mit diesem Auftrag gehen wir voran. Ich habe f\u00fcr mich selbst bemerkt, dass die Ver\u00e4nderung wesentliche Vorteile bringt. F\u00fcr mich sind es vor allem die h\u00f6here pers\u00f6nliche Zufriedenheit, wenn man aktiv statt reaktiv ist. Und ja, mittlerweile haben sich die Aktionen auch schon monet\u00e4r gerechnet. Vor allem m\u00f6chte ich aber nicht als Mitglied der d\u00fcmmsten Generation in die Geschichte eingehen, sondern unseren Lebensraum auf diesem wunderbaren Planeten erhalten. Der Planet braucht uns nicht, aber wir ihn.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie steht es mit Ihrer Motivation rund um die Klimakrise? Sind Ihnen an der ein oder anderen Stelle die oben angef\u00fchrten Hindernisse (zB symbolische Handlungen, Gewohnheiten, menschliche Einflussfaktoren) begegnet und was haben Sie dagegen unternommen? <a href=\"https:\/\/www.buchingerkuduz.com\/blog\/kontakt\/\">Ich freue mich auf Ihre Nachricht!<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Herzliche Gr\u00fc\u00dfe<br>Marlene Buchinger<\/p>\n\n\n\n<p>Ver\u00e4nderung. Denken. K\u00f6nnen.<br>#RestartThinking<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Quellen:<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.pik-potsdam.de\/de\/produkte\/infothek\/kippelemente\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Potsdam-Institut f\u00fcr Klimafolgenforschung \u00fcber Kippelemente im Klima<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.stockholmresilience.org\/research\/planetary-boundaries.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Stockholm Resilience Center \u00fcber planetare Grenzen (planetary boundaries)<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>F\u00fcr vertiefende Informationen zum Thema Klimapsychologie empfehle ich Ihnen das <a href=\"https:\/\/www.wagnersche.at\/item\/Warum_machen_wir_es_nicht_einfach\/Isabella_Uhl-Haedicke\/48144313?back=53e8994e2cb388f8a924b72cbf720974\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Buch \u201eWarum machen wir es nicht einfach\u201c von Isabella Uhl-H\u00e4dicke<\/a>,&nbsp;Umweltpsychologiin und Expertin im Beirat des \u00f6sterreichischen Klimarates.<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Forschungsgebiet der Klimapsychologie wird immer wichtiger. 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