FlexibilisierungFeuerlöschen

Unternehmen fordern immer wieder mehr Flexibilität. In Österreich tritt am 1. September ein neues Gesetz in Kraft, das es Unternehmen ermöglicht, Menschen bis zu 12 Stunden am Tag und damit bis zu 60 Stunden pro Woche arbeiten zu lassen, und das ganz ohne Mitbestimmung. Offiziell sei ist die Mehrarbeit auf Basis der Freiwilligkeit, jedoch dürfte es kaum realistisch sein, als einzelne Person eine derartige Anordnung zu verweigern, ohne ernsthaft den Job zu riskieren.

 

Geht es wirklich um Flexibilisierung?

Was Unternehmen hier tatsächlich tun, ist ihre eigene Unfähigkeit auf die Menschen abzuwälzen. In der Tat schwanken Kundenbedarfe, das ist nicht ungewöhnlich. Prozesslandschaften, die kundenorientiert und stabil sind, können ohne Mehraufwand mit diesen Schwankungen umgehen. Erst größere Veränderungen erfordern eine Anpassung des jeweiligen Systems, was aber in strukturierter und wertschätzender Form erfolgen kann. Aktionen, wie Mehrarbeit und Sonderschichten, kann es sicher geben, dies ist in einem reifen System jedoch eher die Ausnahme.

Die von der österreichischen Regierung geforderte Flexibilität fördert ein rein reaktives Verhalten, das die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausbaden müssen. Daher muss man eher von Feuerlöschen als von Flexibilisierung reden. Lesen Sie dazu unseren Beitrag auf LinkedIn sind hören Sie unseren Podcast.

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