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Urlaubsträume

Urlaubsträume - unterwegs mit dem E-Auto

Vor ein paar Monaten saßen wir mit einem anderen Pärchen an einer Hotelbar und kamen über Kroatien zum Reden, denn die Beiden segeln auch. Etwas später sprachen wir über das Thema Elektromobilität. Schnell war der Konsens gefunden, dass Elektromobilität vor allem im urbanen Raum eine tolle Sache sei. Aber laut deren Meinung ist für Langstreckenreisen, beispielsweise für einen Segeltripp nach Kroatien, aber selbst der Tesla nicht brauchbar.

Wir haben den Selbstversuch gemacht: Es klappt hervorragend.

Zwei Personen und jede Menge Zeug (Verpflegung, Segelklamotten, Gastgeschenke für die kroatische Verwandtschaft) machten sich um 08.30 Uhr auf den Weg vom Achensee in Tirol nach Split an der dalmatischen Küste. Der erste Stopp war in Villach. Nach knapp 4 Stunden Fahrtzeit war die 25 minütige Pause für einen Kaffee und das Aufladen sehr willkommen, außerdem mussten wir sowieso noch die slowenische Vignette kaufen.

Danach ging es über die Autobahn an Ljubljana vorbei bis Postonja, dann weiter über die Bundesstraße bis Rijeka. Nach Rijeka beginnt die berühmt berüchtigte Magistrale, die kroatische Küstenstraße oder wie wir sagen: Ein Eldorado für Teslafahrer, denn die Kurven eigenen sich hervorragend zur Rekuperation und das lautlose Gleiten mit Blick auf das blaue Wasser ist etwas Besonderes.

Um 16.30 Uhr erreichten wir Senj und erkundeten die Strandpromenade und die Cafés vor Ort. Da wir nicht wussten, wie die Ladesituation am Zielort sein wird, erhöhten wir den Ladestand auf 100 % (normalerweise sind 80 % für unsere Touren ausreichend und der Akku wird dadurch geschont). Nach einem Kaffee, einem Eis und dem ersten Kontakt mit der Adria machten wir uns nach knapp einer Stunde wieder auf den Weg.

Die weitere Route führte uns entlang der Küstenstraße bis zur Maslenica Brücke an der Unterseite der Insel Pag, dann über die Autobahn, wo auch das romantische Foto des Sonnenuntergangs entstand und ab der Ausfahrt Sibenik entlang der Küstenstraße bis Rogoznica, wo wir unser Quartier für die nächsten Tage hatten. Rogoznica wurde um 20:30 Uhr mit 39 % Restladestand erreicht. Der 230 Volt-Anschluss in der Garage konnte in der Nacht zum Laden genutzt werden, wenn man die Ampere etwas droßelte (11 A), da die Leitung nicht die beste war.

Das Fazit: 829 Kilometer. Laut Google Maps ohne Pause 10:45 Stunden, wir benötigten 12:00 Stunden. Da wir auch sonst zwei bis drei Mal Pause (z.B für einen Kaffee) machen, war keine Abweichung zu bisherigen Reisen erkennbar.

Während der Woche durften wir in der ACI Marina Split kostenlos den Tesla voll laden und den Rückweg traten wir mit unseren Mitseglern zu viert an. Durch den vorderen Kofferraum und genaue Packweise konnten wir alles verstauen. Die Route verlief wie bei der Hinfahrt, nur dass wir zusätzlichen einen 15 minütigen Ladestopp in Salzburg einlegten, um anschließend unsere beiden Mitsegler noch in Wasserburg am Inn abliefern und danach noch nach Hause fahren zu können.

Wir waren selbst positiv überrascht, wie unkompliziert und entspannt das elektrische Reisen sein kann.

Unsere Mitfahren waren auch begeistert. Und die beste Nachricht zum Schluss: Mittlerweile hat der Supercharger in Dugopolje (etwas nördlich von Split) eröffnet, somit ist die Ladethematik für diese Region endgültig geklärt.

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