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Mobilität: Zurück in die Vergangenheit?

Seit einigen Jahren können die Gegensätze im Januar nicht größer sein. Nein, ich meine nicht die politischen Strömungen nach den Neujahrstreffen. Ich meine die Gegensätze im Bereich Mobilität und die beiden Veranstaltungen CES und NAIAS.

Mobilität der Vergangenheit

In Detroit findet jedes Jahr die größte Automobilausstellung der USA, die North American International Auto Show (1), kurz als „NAIAS“ bekannt, statt. Die heurige Automesse in der „Motor City“ stand unter dem Motto „Zurück in die Vergangenheit“. Präsentiert wurde Mobilität in Form von Riesen-Pick-Ups, SUVs und Muscle Cars. Ford hatte zwar eine große Elektro-Offensive angekündigt, präsentierte auf dieser Messe aber kein einziges Elektroauto. Ein Highlight von General Motors war, dass sie den 3 Tonnen schweren Silverado Pick Up um 200 Kilo leichter gemacht haben. Ob solche Fahrzeuge zukunftsweisend sind, möchte ich an dieser Stelle stark bezweifeln.

Wie auch bereits bei der IAA, wenden sich mittlerweile immer mehr Hersteller von den etablierten Autoshows ab oder präsentieren ihre Produkte bei anderen Messeformaten. Dabei muss die CES, die Consumer Electronic Show (2), die jährlich Anfang Januar in Las Vegas stattfindet, unbedingt genannt werden. Seit Jahren präsentieren alle namhaften Hersteller, was sie im Bereich autonomen Fahren können.

Mobilität der Zukunft

Auf der heurigen CES wurde ein Fahrzeug besonders beachtet. Der chinesische Elektroauto-Hersteller Future Mobility stellte sein erstes Fahrzeug unter der Marke Byton vor. Der Name Byton rührt her von „Bytes on wheels“ (Bytes auf Rädern).(3)

Future Mobitlity hat mit der Marke Byton große Pläne: Schon 2019 soll der Verkauf des SUVs in China beginnen, der Rest der Welt folgt in 2020. Zudem sind noch eine Limousine und ein Minivan auf der Fahrzeugplattform aufsetzen.(4)

Spannend sind die Ankündigungen rund um Preis und Reichweite: Der Preis soll bei 45.000 Dollar liegen und die Reichweite wird mit 400 Kilometern garantiert. Mit einer noch größeren Batterie sollen dann 520 Kilometer möglich sein. Hinsichtlich der Ausstattung will Byton mit den Premiumhersteller konkurrieren.(4)

Aber Fahrzeuge bauen, können andere auch, Byton will sich durch das digitale Nutzererlebnis abheben. Was das heißt, war mir zunächst nicht wirklich klar. Das folgende Video gibt aber einen Einblick in die Möglichkeiten:

 

Ist das machbar?

Das Team und die Ressourcen wären vorhanden. Der CEO Carsten Breitfeld, sowie weitere Führungskräfte von Future Mobility kommen aus der ehemaligen Führungsriege, die bei BWM für die Elektrofahrzeuge (BMW-i) verantwortlich waren. Zudem gesellten sich noch weitere Fachkräfte von Tesla, Apple, Google, Nissan und Continental hinzu.

Der Verantwortliche für die Fertigungstechnik, Mark Duchesne, war 22 Jahre für Toyota tätig und wurde zuletzt von Tesla abgewonnen. Das bringt Future Mobility extrem große Expertise ins Haus und kann möglicherweise die Lieferschwierigkeiten beim Tesla Model 3 erklären.(5)

Und bleibt zum Schluss immer die Frage nach dem lieben Geld. Da sich unter den Investoren von Byton auch chinesiche Internetriese Tencent und der iPhone-Auftragsfertiger Foxconn befinden, kann man davon ausgehen, dass die Kassen gut gefüllt sind.

Mit dieser Kombination aus Know How und Kapital ist Future Mobility mit Byton auf jeden Fall interessant. Die Zukunft wird zeigen, ob der Hersteller die PS auch tatsächlich auf die Räder bringt.

 

Apropos Zukunft: Für das Jahr 2018 wünschen wir Ihnen von Buchinger|Kuduz alles Gute und viel Erfolg auf Ihrem persönlichen Weg!

 

Haben Sie Fragen oder Kommentare? Ich freue mich auf Ihre Nachricht!

Beste Grüße,

Ihre Marlene Buchinger

 

Quellen:

  1. Wikipedia NAIAS
  2. Wikipedia CES
  3. ORF.at Bericht über Byton bei der CES 2018
  4. Spiegel.de Bericht über Byton
  5. Information über Byton und dessen Team