Nachhaltigkeit im Jahr 2021 - Buchinger|Kuduz zieht Bilanz
Allgemein

2021 – ein Jahr für mehr Nachhaltigkeit

Liebe Leser:innen,

ein ereignisreiches Jahr geht zu Ende und ich hoffe Sie haben die Weihnachtstage im Kreise Ihrer Lieben gut verbracht. Wir haben die Ruhe genossen und etwas Sport gemacht, auch wenn der Winter hier in Tirol schon mal besser war. Außerdem haben wir uns wie immer Gedanken gemacht, wie es uns mit den Themen Veränderungsfähigkeit und Nachhaltigkeit gegangen ist und auch weiter geht.

Im #RestartThinking Blog teilten sich die Themen in diesem Jahr in technische Aspekte, wie Wasserstoff, E-Fuels und E-Autos und in die Veränderung der Mobilität. Beiträge über neue Wege Geschäftsreisen zu gestalten und Berichte über Reisen quer durch Europa bis Frankreich fanden sich ebenso. Mit der #RestartThinking Klimaaktion haben wir gezeigt, was alles – Kleines  und Großes – im privaten und Firmenalltag in Bezug auf Nachhaltigkeit möglich ist. 

Nachhaltigkeit – ein großer Begriff

Oft merkten wir in Gesprächen, dass der Begriff Nachhaltigkeit gerne in Marketingbroschüren auftaucht, aber im Alltag schwer zu greifen ist. Daher möchte ich in diesem Blog zeigen, wie wir das Thema angehen. Ich finde zur Orientierung den englischen Begriff CSR hilfreich, der für folgendes steht: 

Corporatedas Unternehmen betreffend
Socialsoziale
Responsibility Verantwortung

Kurzum es geht bei Nachhaltigkeit um die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen. Das umfasst die sozialen Beziehungen des Unternehmens, Umweltbelange und die Integration von Interessengruppen, den sogenannten Stakeholdern. Und ein wichtiger Aspekt von CSR ist, wie das alles im Unternehmen in den Prozessen abgesichert wird. Niemand wird dem Thema Nachhaltigkeit widersprechen – die Frage ist allerdings, wie sie tagtäglich gelebt wird.

Unternehmensvision

Wir bei Buchinger|Kuduz orientieren uns dazu an unserer Vision. Die lautet

„Die gesamte Wirtschaft und Gesellschaft handelt im Sinne der “Ehrbaren Kaufleute”.

Nach diesem “Nordstern” richten wir unser Handeln aus. Daher sind wir im März 2021 auch dem UN Global Compact, der weltgrößten Initiative für Nachhaltigkeit in der Wirtschaft, beigetreten. Die zehn Prinzipien des UN Global Compacts entsprechen der Idee der Ehrbaren Kaufleute. Die UN-Initiative bietet verschiedene Programme an um sich in den vier Kernbereichen (Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsverwendung) zu verbessern.

Wir haben daher eine spannende Möglichkeit im Bereich Umweltschutz genutzt und von Juli bis Dezember 2021 am Climate Ambition Accelerator Programm teilgenommen, um mehr über die Themen Treibhausgasbilanz und die Science Based Targets Initiative zu lernen.

Nachhaltigkeit im Bereich Umweltschutz 

Im Zuge des Projekts habe ich begonnen unsere eigene Treibhausbilanz gemäß dem weltweit gültigem Standard GHG (Greenhouse Gas)-Protocol zu erstellen. Dort werden die Emissionen in drei Bereiche, die sogenannten Scopes, unterteilt:

Scope 1Treibhausgasemissionen aus Verbrennungsprozessen im Unternehmen (eigener Fuhrpark, Heizungen, etc.)
Scope 2Treibhausgasemissionen aus dem Bezug von Strom, Wärme, Kälte oder Dampf (also Energie, die jemand anderer für das Unternehmen erzeugt)
Scope 3Treibhausgasemissionen aus allen vor- und nachgelagerten Prozessen (kurz gesagt, alles, was sonst noch bleibt zB Produktionsmaterialien, Betriebsstoffe, Pendeln der Mitarbeitenden, Firmenreisen, Nutzung der erzeugten Produkte, Entsorgung, etc.)
Betrachtungsbereiche (Scope 1-3) des GHG-Protocols Standards, eigene Zusammenstellung M. Buchinger

Es müssen sechs Treibhausgase (Kohlendioxid, Methan, Stickoxid, HFCs, PFCs, SF6) verpflichtend in den Bereichen Scope 1 und Scope 2 berichtet werden. Scope 3 und weitere Treibhausgase gemäß Kyoto-Protokoll können optional angegeben werden.

Die Treibhausgasbilanz in der Praxis

Sie sehen schon, das Thema Treibhausgasbilanz ist nicht ganz trivial. Aber keine Panik, es ist auch keine Raketenwissenschaft. Es gibt klare Vorgehensweisen und Vorlagen für die Berechnung. Die Emissionen aus den beiden ersten Bereichen lassen sich z.B. über Tankrechnungen oder Stromrechnungen gut nachvollziehen. Bei unserem Unternehmen mit zwei Standorten (dem alten in Achenkirch und dem neuen in Leutasch) hält sich der Umfang in Grenzen. Bei größeren Unternehmen ist der Aufwand der Zuordnung und Datenaufbereitung, damit diese konsistent und nachvollziehbar sind, sicherlich größer aber dennoch machbar.

Die wichtigste Erkenntnis ist aber, dass der Scope 3 derzeit nicht verpflichtend zu berichten ist. Hier fallen oft die meisten Emissionen an und gleichzeitig ist die Ermittlung, Berechnung und Zuordnung der Daten der Lieferketten, der Verbraucher oder schlichtweg der Mengen sehr aufwändig. Ich gehe dazu gerade unsere sämtlichen Buchhaltungsordner durch und erfasse systematisch Mengen bzw. Beträge. 

Was bringt die Treibhausgasbilanz? 

Diese Frage hab ich mir bei der monotonen Arbeit der Datenauswertung oft gestellt. Dabei steht eines fest:

Mehr Transparenz, schafft mehr Bewusstsein

Man setzt sich automatisch mit den bisherigen Arbeitsweisen z.B. in der Beschaffung auseinander. Unsere ersten Schlussfolgerungen lesen Sie weiter unten. Das wichtigste ist aber:

Wenn man nichts misst, kann man auch keine Ziele festlegen und deren Erreichung kontrollieren. 

Erfolge

Wir sind mit den Erkenntnissen im ersten Schritt schon sehr zufrieden, denn wir sind im Scope 1 und Scope 2 seit Mitte 2019 bereits klimaneutral. In beiden Häusern sind nur elektrische Wärmepumpen verbaut. Der jeweils vorhandene Holzofen wird gelegentlich mit Holz aus nachwachsenden Quellen befeuert. Die Emissionen betragen seit dem Jahr 2014 kumuliert nur etwa 50 kg CO2 und dürfen wegen der nachwachsenden Rohstoffe wieder abgezogen werden. 

Besonders hat es sich ausgezahlt, dass wir bereits im Jahr 2016 auf Elektromobilität umgestiegen sind. Zwar gab es bis Mitte 2019 noch ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor, aber nachdem dieses auch verkauft wurde, ist der Scope 1 damit endgültig treibhausgasneutral. 

Da wir seit jeher einen Ökostromtarif haben, ist der Scope 2 – also die Treibhausgasemissionen aus der Stromerzeugung – auch mit 0 kg CO2 anzusetzen. Zusätzlich haben wir seit Juli 2020 auf unserem Privat- und Firmengebäude eine Photovoltaik-Anlage installiert. Diese hat seit damals bereits mehr als 10 MWh Strom produziert.

Ziele für 2022 im Bereich Nachhaltigkeit

Derzeit arbeiten wir am größten Brocken – der Ermittlung der Scope 3-Emissionen. Da wir kein Produktionsunternehmen sind, sind wir hier sicherlich im Vorteil. Zudem verfolgen wir im Bereich Geschäftsreisen, der wahrscheinlich die meisten Emissionen verursacht, schon seit Jahren einen nachhaltigen Ansatz. Durch Bahnfahrten anstelle von Reisen mit dem Auto oder Flugzeug können wir meistens um die 90 % Emissionen einsparen. Aber genaueres folgt. 

Zudem arbeiten wir gerade an der Nachhaltigkeitsberichterstattung für den Global Compact. Und eines ist auch klar: Verantwortungsvolle Unternehmen machen sich nicht nur Gedanken um die Umwelt, sondern auch um die Gesellschaft. Ich schätze mal, dass uns da die Ideen auch nicht ausgehen werden.

Apropos: Die Kostenersparnis der diesjährigen Weihnachtsemail haben wir bereits an die Deutsche Umwelthilfe gespendet. Wie jedes Jahr nehmen wir den Betrag, der durch den Postversand eingespart werden kann und unterstützen Initiativen, die sich für uns alle und eine lebenswerte Zukunft einsetzen. In den letzten Jahren haben wir im Rahmen des Giving Tuesdays und unserer Weihnachtsaktion für folgende Organisationen gespendet:

  • Ärzte ohne Grenzen
  • ATTAC
  • Deutsche Umwelthilfe
  • Greenpeace
  • Lions Club
  • Rat auf Draht Jugendtelefon und
  • SOS Mitmensch

Das führt mich zum letzten Punkt dieses Newsletters: Spenden statt Böllern. Statt die Nachbarschaft mit Lärm, Gestank und Müll zu belästigen und Tiere zu verschrecken, läuten wir das neue Jahr traditionell mit dem Donauwalzer ein. Die 9 Minuten 32 Sekunden durchzutanzen, ist das wesentlich aufregender als zu böllern. Spenden Sie stattdessen das Geld an gemeinnützige Organisationen in Ihrer Umgebung, denn dort verpufft die Wirkung nicht. 

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein schönes Silvester, kommen Sie gut in das neue Jahr! Wir freuen uns schon wieder auf den Austausch mit Ihnen in 2022, denn die Themen Veränderungsfähigkeit, Mobilität der Zukunft und Nachhaltigkeit werden sicherlich viele spannende Aspekte bringen.

Herzliche Grüße
Ihre Marlene Buchinger

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