Berechnung von Buchinger|Kuduz über eigene CO2-Emissionen und die Einsparung durch Elektromobilität

Liebe Leserinnen und Leser,

wir hoffen, dass Sie Ihren wohlverdienten Urlaub genießen. Bei uns war es in den letzten Wochen auch etwas ruhiger und wir haben uns mit verschiedenen neuen Themen und auch lange Fälligem beschäftigt. Wir werden öfters nach den CO2-Emissionen von Elektrofahrzeugen gefragt bzw. mit dem gängigen Vorurteil konfrontiert, dass ein Elektrofahrzeug bei dem vorherrschenden Strommix nicht besser als ein Kraftstoff betriebenes Fahrzeug sei. Dem sind wir auf den Grund gegangen…

Als Service für Sie haben wir eine Berechnung erstellt, in die Sie verschiedene Parameter eingeben und damit Ihre persönliche Emissionseinsparung durch Elektromobilität berechnen können. Sie können die Datei im Excel-Format von unserem Server herunterladen.

Berechnung der CO2-Emissionen und Luftschadstoffe

 

Der Vergleich wird für Elektrofahrzeuge bzw. Diesel und Benziner anhand des Energieverbrauchs (Liter/100 km bzw. kWh/km) ohne etwaige Wirkungsgrade angestellt. Durch die Eingabe verschiedener Variablen (individueller Strom- oder Kraftstoffmix), erhält man die CO2- und Luftschadstoff-Emissionen hochgerechnet auf die persönliche Kilometerleistung und das jeweilige Fahrverhalten (Verbrauch).

Wir gingen in unserer Berechnung davon aus, dass 80 % der Strommenge aus Ökostrom besteht, denn sowohl unser Zuhause auch als Tesla-Supercharger-Netz werden mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen versorgt. Da dies unsere häufigsten Ladequellen sind, wurde der Anteil des Stromes aus dem konventionellen Stromnetz mit 20 % festgelegt.

Verglichen wurden die Emissionen für Treibhausgase (THG) und Luftschadstoffe mit einem Benzin- und Dieselverbrauch von je 5,8 Litern auf 100 km (90 % Kraftstoff ohne Beimischung, 10 % Kraftstoff mit Bioanteil).

Unsere CO2-Bilanz

Bei unserer Kilometerleistung von gesamt 85.000 Kilometern in den letzten beiden Jahren (durchschnittlich 42.500 Kilometer p.a.) konnten wir folgende Emissionen einsparen:

CO2-Berechnung von Buchinger|Kuduz und die Einsparung durch Elektromobilität 

Die Einsparung des Elektrofahrzeuges im Vergleich zu einem Benziner bzw. Diesel betrugen mehr als 5,5 bzw. 6,4 Tonnen CO2-Äquivalent und mehr als 3,7 bzw. 7,6 Kilo SO2-Äquivalent. Wären wir nur mit dem konventionellen Strommix anstelle von 80 % Ökostrom gefahren, läge die Einsparung bei der Kilometerleistung noch immer über 1,5 bzw. 2,3 Tonnen CO2-Äquivalent pro Jahr.

Was sind CO2-Äquivalente? Wenn man über Treibhausgase spricht, fällt einem oft Kohlenstoffdioxid (CO2) ein, welches auch die größte Menge der Treibhausgase ausmacht. Aber es gibt noch weitere Gase, die unsere Erdatmosphäre beeinträchtigen. Beispielsweise wirkt Methan (CH4) um 30-mal stärker als CO2 und bleibt länger in der Atmosphäre erhalten. Um das Gefährdungspotenzial aller Treibhausgase zu berücksichtigen, werden diese in eine äquivalente Menge CO2-Emissionen (CO2-Äquivalent) umgerechnet. Das Versauerungspotential von verschiedenen Luftschadstoffen, wie u.a. SO2 (Schwefeldioxid), NOx (Stickoxiden) oder H2S (Schwefelwasserstoff) wird im sogenannten SO2-Äquivalent berücksichtigt. Die Erklärung der einzelnen Stoffe und deren Wirkung finden Sie in der Excel-Tabelle.

Da die Menge an CO2-Emissionen und Luftschadstoffen recht abstrakt ist, hätte ich ein paar Vergleichswerte für Sie (3):

* Ein Flug von Frankfurt von New York hin und retour verursacht 3.650 Kilogramm CO2.

* Ein Flug von München nach Hamburg und retour erzeugt 310 Kilogramm CO2.

* Die durchschnittliche Jahresemission in Deutschland beträgt pro Person 11.500 Tonnen CO2. Das beinhaltet neben der Mobilität auch Emissionen durch unsere Nahrung, Wohnen und Heizen, Konsum und Freizeitaktivitäten. Um die CO2-Menge in der Atmosphäre zu stabilisieren und das 2 Grad-Ziel doch noch einhalten zu können, hat jeder Mensch ein Jahresbudget von 2.300 Kilo CO2.

Da ist im wahrsten Sinne des Wortes noch Luft nach oben, denn wir leben auf Kosten von anderen.

Emissionseinsparungen

Wie gesagt, geht es in dieser Berechnung um die Emissionen während des Betriebs des Fahrzeuges. Um die Emissionen, die bei der Produktion entstehen, kümmern wir uns in einem späteren Blogbeitrag. Auch wenn Elektromobilität noch nicht die perfekte Lösung ist, bringt sie dennoch eine Verbesserung zum bisherigen System der Verbrennung fossiler Stoffe. Strom lässt sich aus erneuerbaren Quellen herstellen, während Benzin oder Diesel in der Sekunde der Verbrennung in viel Wärme und etwas Bewegungsenergie umgewandelt werden. Und falls Sie sich fragen, ob wir genug Strom für Millionen von E-Fahrzeugen haben, dann empfehle ich Ihnen unseren Artikel „Strom und die Elektromobilität„.

Was denken Sie? Haben Sie noch Fragen, dann freue ich mich auf Ihre Nachricht.

Beste Grüße,
Ihre Marlene Buchinger

Die Tabelle kann gerne bei entsprechender Zitierung verwendet werden.

Quellen:

  1. Naturkraft Ökostrom-Anteile
  2. Grafik „Stromerzeugungsmix im Vergleich – Österreich, Deutschland, Europa“
  3. Persönliches Klimabudget Atmosfair“
CO2-Emissionen und das E-Auto – Ein Selbstversuch

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