E-Mobilität ist schon alltagstauglich

In knapp drei Jahren sind wir jetzt 100.000 Kilometer elektrisch gefahren. Der genaue Kassensturz folgt, wie jedes Jahr, demnächst. Für uns steht fest:

E-Mobilität ist definitiv alltagstauglich

Aber nicht nur für uns, sondern auch für eine immer größer werdende Anzahl an Menschen ist E-Mobilität ein praktikabler und nachhaltiger Weg in die Zukunft. Die rasche Verbreitung von E-Autos ist aus unserer Sicht durch folgende Punkte begründet:

  • Mehr Modelle sind am Markt verfügbar
  • Die niedrigen laufenden Kosten
  • Höheres Umweltbewusstsein
  • Elektromobilität kann auch sexy sein
  • Umdenken seit dem Dieselskandal

Was die Umweltverträglichkeit angeht, so kursieren viele Fehlinformationen, die sich meist auf eine schwedische Studie berufen. Dieses Missverständnis soll an dieser Stelle nicht erneut thematisiert werden. Es sei nur nochmal gesagt, dass diese Darstellung nur eine sehr isolierte und keine ganzheitliche Sichtweise beinhaltet und auch von den Verfassern der schwedischen Studie nicht geteilt wird. Wir sehen Elektroautos auch nur als einen Baustein neben vielen auf dem Weg in nachhaltige Mobilität.

Alltagstaugliche E-Fahrzeuge

Noch immer hält sich das Vorurteil hartnäckig, dass es keine passenden Fahrzeuge gibt. Doch das ist ein Trugschluss. Spätestens seitdem das Tesla Model 3 mit Beginn dieses Jahres auch in Europa ausgeliefert wird, kann dieser Irrglaube besonders schnell widerlegt werden.

Mit dem Tesla 3 will der kalifornische E-Autobauer Elektromobilität endlich massentauglich machen. Die Geister scheiden sich bei dem Unternehmen und seinem Gründer Elon Musk. Von Hype und Börsencrash bis hin zum Game Changer in der Automobilbranche ranken sich Mythen und Gerüchte. Wir sind nach wie vor zufrieden mit unserem Tesla Model S und freuen uns, dass immer mehr Model 3 auf den Straßen unterwegs sind. 

Ursprünglich wurde das Fahrzeug mit 35.000 km und einer Reichweite von 330 km angepriesen. Dementsprechend gingen die Zahlen für die Vorbestellung durch die Decke. 

Nach anfänglichen Produktionsschwierigkeiten startete die Auslieferung Anfang 2019 in Mitteleuropa, allerdings nur für die höherpreisigen Ausstattungen mit größeren Batterien. Da diese Fahrzeuge mit Preisen von über 50.000 Euro weit über dem ursprünglichen Versprechen lagen, gaben die Käufer teilweise ihre Reservierungen wieder zurück.

Noch im Januar 2019 hat Elon Musk erklärt, dass die günstige Variante derzeit noch nicht realisierbar sein. Zu Beginn dieses Monats wurde er schon konkreter: „Das Ziel von Fahrzeugen im Preisbereich von 35.000 Dollar könne in zwei bis drei Jahren erreicht werden.“ 

Die Konkurrenz schläft nicht

Diese Kursänderung bei Tesla ist notwendig geworden, denn es kommen immer mehr Elektroautos auf den Markt, die seitens des Preises und der Reichweite großes Potential haben und eine ernsthafte Konkurrenz darstellen.

Hyundai

Hyundai hat gleich zwei Modelle herausgebracht, die erfolgversprechend sind. Der Hyundai Ioniq Electro ist die kleine E-Auto-Version des südkoreanischen Herstellers mit einer 28 kWh Batterie, die für etwa 280 Kilometer reicht. Das Fahrzeug gibt es in Österreich ab 35.490 Euro und der E-Flitzer wird bereits recht häufig gesichtet.

Interessant finde ich den Hyundai Kona Electro. Das Fahrzeug wurde mit einer 64 kWh Batterie und vielen technischen Spielereien (Level 5) ausgestattet, die man sonst nur von den Premiumherstellern kennt. Die Reichweite wird mit 450 Kilometern angegeben. Der Preis liegt in Österreich bei 47.790 Euro. Der Hersteller garantiert für die Batterie acht Jahre oder 200.000 Kilometer bzw. fünf Jahre ohne Kilometerbegrenzung. Das gilt auch für den Ioniq.

Kia

Ein weiterer südkoreanischer Hersteller, der zu Hyundai gehört, gibt in Sachen E-Autos Gas bzw. Strom. Kia hat den e-Niro am Start. Das Fahrzeug gibt es in zwei Varianten. Einmal eine kleinere Ausgabe mit einer 39,2 kWh Batterie für 289 Kilometer Reichweite, zum Preis von 37.490 bis 43.690 Euro. Die größere Version mit einer 64 kWh Batterie soll 455 Kilometer schaffen. Der Preis dafür liegt zwischen 41.890 und 48.090 Euro.

Zudem stellte Kia jetzt den e-Soul vor. Das Fahrzeug wurde von 30 kWh auf Batterien mit 39,2 bzw. 64 kWh aufgerüstet. Mit dem größeren Speicher dürften somit Reichweiten jenseits der 400 Kilometer möglich sein. Das Fahrzeug soll im Laufe des Jahres 2019 in den Verkauf gehen.

Nissan

Ein weiterer Konkurrent aus Asien hat ebenfalls nachgelegt: Nissan rüstet den Leaf weiter auf. 2019 kommt der Nissan Leaf e+ auf den Markt. Der Leaf wird derzeit mit einer 40 kWh-Batterie für 270 Kilometer Reichweite um 36.800 Euro angeboten. Der Leaf e+ soll mit dem 62 kWh-Speicher eine Reichweite von 385 Kilometern schaffen. Der Preis dafür steht noch nicht fest, dürfte aber im Preisrahmen der Konkurrenz liegen.

Was lernt man daraus?

  • Das Argument der Fahrzeugverfügbarkeit fällt damit weg, die genannten Modelle sind alltagstauglich.
  • Das Tankstellennetz ist mittlerweile auch kein wirkliches Thema mehr.
  • Und jemand, der sich damit brüstet 1.000 Kilometer am Stück zu fahren, ist von gestern.

Einige der Fahrzeughersteller haben verstanden, dass es etwas jenseits von Benzin und Diesel gibt. Leider gehören die deutschen Hersteller nicht zu diesem Kreis. Wir bleiben dran und werden berichten. In unserem nächsten Beitrag ziehen wir Bilanz über drei Jahre E-Mobilität für E-Vielfahrer.

Bis dahin wünsche ich Ihnen einen guten Start in das Frühjahr. Bei Fragen oder Anregungen freue ich mich auf Ihre Nachricht.

Beste Grüßen,
Ihre Marlene Buchinger

Quellen:

Hyundai Ioniq Electro
Hyundai Kona Electro
Kia e-Niro
Kia e-Soul
Nissan Leaf

E-Mobilität ist alltagstauglich

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